Wenn der Zahnarzt sicher ist, dass ein Patient Implantate braucht, kann er sie natürlich nicht gleich einsetzen. Er muss erstmals bestimmte Untersuchungen abschließen, um zu sehen, ob die gesundheitliche Verfassung des Patienten überhaupt Implantate aushalten kann. Nach einer Reihe von Untersuchungen kann der Arzt entscheiden, ob und welche Implantate für den Patienten geeignet sind. Diese Untersuchungen werden als Untersuchungen auf vorliegende Kontraindikationen bezeichnet.

Wann Implantate nicht eingesetzt werden können

Bevor sich Patienten für ein Implantat entscheiden, müssen sie zunächst wissen, wie die Erfolgsaussichten sind. Zu den allgemeinmedizinischen Risikofaktoren gehören beispielsweise ausgeprägte Stoffwechselerkrankungen sowie Knochenleiden oder sogar Herz-/Kreislauf- und Bluterkrankungen. Weiterhin haben Studien belegt, dass die Haltbarkeit der Implantate bei Nichtrauchern doppelt so hoch ist wie bei Rauchern. Somit kann Nikotinabusus ebenfalls als Kontraindikation betrachtet werden.

Eigentlich sollten Menschen, die unter schweren Allgemeinerkrankungen leiden, auf Implantate lieber verzichten. Das liegt daran, dass ihr Organismus keinen guten Abwehrmechanismus aufweist und somit auch kein Umfeld für ein Implantat bilden kann. Solche Allgemeinerkrankungen sind meistens Herzerkrankungen, Knochen- und Stoffwechselerkrankungen. Auch bei denjenigen Patienten, die regelmäßig bestimmte Medikamente wie Immunsuppressiva einnehmen müssen, sollte es zu keinem Einsetzen von Implantaten kommen. Wenn bei einem Patienten der Zustand unklar ist, dann werden allgemein ärztliche oder internistische Untersuchungen durchgeführt, damit am Ende die richtige Entscheidung getroffen werden kann.

Die Kontraindikatoren

Es gibt eine sehr große Liste der Kontraindikatoren, welche vorliegen können. Absolute Kontraindikationen sind ein frischer Herzinfarkt, ein Hirnschlag, ein fortgeschrittenes Krebsleiden, psychiatrische Erkrankungen, eine plötzliche Bluterkrankheit und Drogenabhängigkeit. Auch krankhafte Veränderungen in der Mundhöhle zählen zu den häufigen Kontraindikationen, da sie meistens die Schleimhaut oder die Kieferknochen angreifen. Daher ist vor dem Einsetzen von Implantaten eine gründliche Untersuchung unumgänglich. Zu den größten Risikofaktoren gehört auch das schwere Rauchen, das mehr als zehn Zigaretten täglich umfasst. Wenn ein Raucher ist, können die Implantate nicht richtig heilen und werden in der Folge meist sehr früher wieder abgestoßen oder verloren.

Eine konsequente Mundhygiene als Rettung

Natürlich ist die Mundhygiene für ein langes Leben der Implantate sehr wichtig. Wenn durch die Untersuchungen festgestellt wird, dass der Patient keine ausreichende Mundhygiene hat und die anderen Zähne auch wenig gepflegt werden, kann der Arzt keine Implantate einsetzen, da dann kein gutes Ergebnis gewährleistet werden kann. Die Mundhygiene und der Zustand der Zähne bei dem Patienten sind eine zu erfüllende Bedingung für Implantate. Nicht nur die Mundhygiene, sondern auch die regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt spielen eine große Rolle.

Nachdem all diese Voraussetzungen erfüllt sind, muss vor dem Einsetzen sichergestellt werden, dass genügen mögliche Verankerungsmöglichkeit für das Implantat vorhanden sind. Es muss also sichergestellt werden, dass der Patient genug Knochenangebot hat, um überhaupt ein Implantat tragen zu können. Wenn der Patient nicht genug Knochenmaterial besitzt, kann das Implantat eingesetzt werden, das aber nur unter sehr großem Aufwand. Es müssen dann für eine Verankerung mögliche Verletzungen im Bereich der Nerven, der Nebenhöhlen und auch des Nasenbodens ausgeschlossen werden, damit das Implantat 100 % sicher ist.

Auch wenn es sich beim Einsetzen von Zahnimplantaten um eine Routine Operation handelt und die Chance auf Komplikationen sehr gering sind, sind sie, wie bei jedem medizinischen Eingriff, nicht ganz auszuschließen. Welche Risiken bestehen und wie mit ihnen umgegangen wird, zeigt dieser Artikel.

Risiken und Komplikationen können sich bereits vor der Operation einstellen oder auch ankündigen, deshalb ist es so wichtig, dass eine umfassende Diagnostik vor der eigentlichen Behandlung stattfindet. Dadurch schrumpft das ohnehin schon geringe Risiko auf ein Minimum. Die beste Methode, die jeder Patient anwenden kann, um sein persönliches Risiko zu senken, ist sich im Vorfeld genauestens über den behandelnden Zahnarzt zu informieren und nur auf Ärzte zu setzen, die eine langjährige Erfahrung und eine solide Ausbildung nachweisen können. Nur so werden Dinge wie Parodontitis oder eine notwendige Knochenaufbaubehandlung frühzeitig erkannt und noch behandelt, bevor dies zu Risiken bei der Implantation führen kann.

Die Risiken während der Operation

Im Fachjargon werden diese Intraoperative Risiken genannt. Hierzu zählen unter anderem Verletzungen der Nerven, besonders der Unterkiefernerv gehört zu den Risiko Kandidaten. Wird während der Operation der Unterkiefernerv verletzt kann es zu einem Taubheitsgefühl im Mund- und Kinnbereich kommen, das bei nicht Behandlung auch dauerhaft auftreten kann.

Eine weitere, allerdings seltene Komplikation während der OP kann die Verletzung von Zähnen oder der Zahnwurzel sein. Durch die gute Planung ist dies aber nur in den seltensten Fällen möglich. Ebenso kann es passieren, dass die umliegenden Weichteile bei der Operation verletzt werden, was zu leichten Schmerzen und Blutergüssen in der Heilungszeit führen kann. Dies hat jedoch keine weiteren Folgen und heilt problemlos mit ab.

Die wohl schwerwiegendste Komplikation ist der Unterkieferbruch, dieser kann bei einer Behandlung ohne vorherigen Knochenaufbau bei Patienten mit Knochenschwund Problemen auftreten, dies ist allerdings bei einem Experten, der die Knochenstruktur im Vorfeld abklärt nicht möglich.

Die Risiken nach der Operation

Bei den sogenannten postoperativen Risiken, handelt es sich um alle Komplikationen, die nach der eigentlichen Operation im Verlauf der Heilung auftreten können, hierbei wird noch zwischen den Frühkomplikationen, die im direkten Anschluss an die OP auftreten können und den Spätkomplikationen, die erst im Verlauf des Prozesses auftreten können, unterschieden.

Bei den Frühkomplikationen ist vor allem die Wundheilungsstörung und bakteriell bedingte Wundinfektion vertreten. Ebenso wie Schwellungen, Blutungen, Schmerzen und Implantitis kommen diese Risiken nur selten vor. In der Regel liegt die Wahrscheinlichkeit für eine eintretende Implantitis bei unter 5 %.

Zu den Komplikationen, die unter den Begriff Spätkomplikationen fallen, sind Materialermüdung, Bruch des Zahnimplantates, Lockerung der Verbindungsschrauben oder sogar ein Bruch der Verbindungsschrauben, zu erwähnen. Die meisten Probleme tauchen hierbei durch die Belastung des Implantates durch die naturgemäße Abnutzung beim Kauen auf. Dies und die Bakterienbildung, die im Mund, durch die idealen Bedingungen für das Wachstum von Bakterien, sehr hoch ist, bilden die meisten Ursachen für Komplikationen und Risiken bei Implantaten. Sollte eine Beschädigung nicht rechtzeitig Auffallen, ist sogar der Verlust des Implantates möglich. Doch, auch wenn ein Implantat entfernt werden muss, ist es noch möglich nach der Heilungszeit wieder ein neues Implantat einzusetzen.